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Stellungnahme zur Ausschußsitzung für Planung, Verkehr und Umwelt Punkt 14 Flächenvorschläge für das Projekt ‘Essbare Stadt’ am 1.3.2017


Mettmann, den 26.2.2017

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbürger

 

Nicht „Betreten verboten“ sondern „Mettmann zum FrEssen gern“

 Stell dir vor: Auf dem Weg zur Arbeit erntest Du von den Obstbäumen in der Oberstadt schnell noch einen Apfel und zwei Birnen für die Mittagspause. Vielleicht einen Strauß Minze aus dem Pflanzkübeln am Jubi für einen frischen Tee. Beim Shoppen zwischen Oberstadt und Königshof Galerie pflückst Du Dir einige Blaubeeren für den Früchtejogurt oder informierst Dich an den Beeten über neue Rezepte für Beerenkiwis. Deine Kinder erzählen Dir mit Begeisterung, dass sie mit den Großeltern diesen Beerenstrauch gespendet, gepflanzt und betreut haben.  Nach der Arbeit machst Du einen kleinen Schlenker zur Mühlenstraße. Dort sind die Tomaten reif! Das passt prima, denn auf dem Weg dorthin kommst du an der Sparkasse vorbei – die haben mit Abstand das beste Kräuterbeet…     denn heute gibt es Pasta!

Das klingt wie eine Utopie aus einem netten Märchenbuch ist aber in vielen Städten Realität. Die Innenstädte haben sich – wie in Andernach – in ein kleines Schlaraffenland verwandelt. Die Bewohner sind begeistert und helfen fleißig mit. Sie übernehmen Patenschaften für Gemüsebeete, ein neuer Gemeinschaftsgeist beseelt die Stadt, man trifft sich beim Graben und beim Erntefest. Es ist ein gutes Gefühl, für andere anzubauen, zu teilen, eine Gemeinschaft zu haben, die auf kostenlosem Geben und Nehmen beruht. Für die jüngere Generation hat diese Form der Freiflächengestaltung allerdings noch einen ganz neuen Aspekt: Im Zuge von „Wellness“ und „Lifestyle“ demonstriert urbanes Gärtnern vielmehr Autonomie und Identifikation mit der Heimat-Stadt.

Dies ist unser Traum von einer Essbaren Stadt!

Die 1. Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Umwelt am 01.03.2017 will sich nun des Themas annehmen. Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, wurde die Verwaltung beauftragt, mögliche Flächen vorzuschlagen, auf denen in Zusammenarbeit mit dem Bürgerforum die Idee der „Essbaren Stadt“ verwirklicht werden kann. Da die Bepflanzung Königshoftreppe aus politischen Gründen nicht zur Verfügung steht und andere geeignete Grünflächen innerhalb des Geltungsbereichs des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt nicht gefunden werden konnten, werden dem Mettmanner Bürgerforum folgende Grünflächen vorgeschlagen.

vorschläge

  1. Die Grünfläche am Goethepark könnte ein sehr schöner Standpunkt für Bürgergärten sein. Voraussetzung müsste ein Gesamtkonzept für den Park sein, damit er zum stadtnahen Anziehungspunkt für die Bürger werden kann. (Bauern- Café, Jugendscheune, Streichelzoo, Wasserspielplatz) Damit würden Bürgergärten in das Bewusstsein der gesamten Bevölkerung gerückt und Vandalismus bekämpft, da mit der Wahrnehmung die Verantwortlichkeit der Bürgerschaft wächst. Stelle dem Bürger eine hochwertige Anlage zur Verfügung und er geht hochwertig damit um.
  2. Die Grünfläche Borner Weg 7 ist auf Grund starker Beschattung durch Bäume zum Gemüseanbau völlig ungeeignet. Dieses Gelände wäre allerdings als Bauern- Café und für einen Streichelzoo ideal.
  3. Die Grünfläche Förderzentrum West ist nach unseren Informationen von der Schulleitung zur eigenen Bepflanzung verplant.
  4. Die Grünfläche Am Brückchen (nahe Goldberger Mühle) ist zur Stadt sehr abseits gelegen. Die Fläche ist allerdings für eine Obstwiese von Interesse.
  5. Die Grünfläche Am Steinbruch (Mettmann Süd) mit einer Entfernung von 1,5km zur Innenstadt wiederspricht den oben genannten Kriterien einer Essbaren Stadt.

Das Mettmanner Bürgerforum bedankt sich für die Unterstützung der Stadtverwaltung, ist aber der Meinung, dass sich die Vorstellung von „Mettmann zum FrEssen gern“ an diesen Plätzen nicht verwirklichen lässt.

Urbaner Gartenbau ist die kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen. Wie die Erfahrung zeigt, haben über 90 Initiativen dieser Art in Deutschland nicht nur kulinarische Auswirkungen, sondern bilden spielend und pflanzend Gemeinschaft und tragen ein neues Lebensgefühl ins Stadtbild: Zwischen dem Asphalt und Häuserfassaden lugt auf einmal ein kleines bisschen Schlaraffenland durch den Beton. Diese Initiativen geben den Bewohnern Ihre Städte zurück und öffnen sie wieder für die Natur, das Leben und ein gemeinschaftliches Miteinander.

 

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